Umweltbildung

AuthorInnen: Peter Keil, Verena Niehuis, Corinne Buch, Andrea Welsch

Der Erhalt und die Förderung der urbanen Biodiversität steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Wissensniveau der Bürgerschaft über die Natur.

Gerade der Ballungsraum (Ruhrgebiet) mit seiner einzigartigen Flora und Fauna bietet optimale Chancen, die vielzitierte „Natur vor der Haustür“ erlebbar zu machen. Auch in Zukunft soll das eigene Handeln in Bezug auf Natur- und Umweltschutz reflektiert werden, frei nach dem Motto „nur was ich kenne, schütze ich“ (K. Lorenz).

Wesentliche Ziele der Strategie sind:

  • Flächendeckende Erweiterung, Ausweitung und Kommunikation der Umweltbildung im urbanen Raum unter Einbeziehung anerkannter Akteure und Umweltbildungszentren
  • Bildungsmöglichkeiten erweitern/ vernetzen: in Freizeit- oder sozialen Einrichtungen (z. B. Kleingärten, Sportvereine, Jugendzentren, Künstlerischen und Interkulturellen Einrichtungen)
  • Umweltbildner/innen ausbilden- durch Multiplikatoren-Ausbildung oder Integration der Themen ins Hochschulstudium
  • Artenkenntnis und Kenntnis der urbanen Natur in der Bevölkerung nachhaltig verbessern
  • Bewusstsein/ Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem urbanen Raum schaffen – dies fördert die Wertschätzung und den Schutz der Biotope und den Erhalt der Biodiversitätshotspots
  • Vernetzungen mit den Positionspapieren zum Biotop- und Artenschutz sowie Industrienaturstrategien durch Monitoringprogramme, die von Kindern selbst oder unter Anleitung bedient und ausgewertet werden können (Citizen Science)
  • Wirksame Öffentlichkeitsarbeit, wie Pflanzaktionen mit Politik und Schülern
  • Vereinbarungen mit dem Schulministerium treffen, Industrienatur/Biodiversität in den Lehrplan aufzunehmen

Die methodische Vorgehensweise beinhaltet die Erfassung und Kartierung von Hotspots, die noch nicht hinsichtlich der Umweltbildung erschlossen sind. Die öffentliche Wahrnehmung der Bildungsmöglichkeiten soll durch Beschilderung/Ausweisung gestärkt werden sowie die Ausweitung der außerschulischen Lernorte und der Gründung Grüner Klassenzimmer.

Diese Bildungsorte können zum Teil mit Gebäuden o. ä. erschlossen und vernetzt werden, um als Forschercamp, Grünes Klassenzimmer, Kinder Universität, IGA Campus zu fungieren. So konnten z. B. auf der IGA 2017 in Berlin, in dem dort errichteten IGA Campus, über 50.000 Kinder und Jugendliche an Umweltbildungsmaßnahmen teilnehmen.

Generationsübergreifende Programme mit Eltern/ Großeltern, wie Workshops und Exkursionen zur Vermittlung der Industriekultur und –natur sowie inklusive und integrative Angebote zum gemeinsamen Naturerleben anbieten. Das gemeinsame Nutzen der Flächen zur Freizeitgestaltung fördert die Identifikation mit dem Standort/Hotspot und erhöht folglich das Verantwortungsbewusstsein gegenüber diesen schützenswerten Biotopen.