Bisherige Veranstaltungen

Urbane Biodiversität - regionale, nationale und internationale Aspekte

     

26.-27. März 2013, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen

Nur wenige Eingeweihte wissen: Städte gehören zu den artenreichsten Lebensräumen.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Standortbedingungen wechseln kleinräumig, Verkehrsachsen bilden Wanderkorridore, Verkehrsmittel fördern die Einwanderung und die Ausbreitung von Arten. Städte sind damit sehr dynamische Lebensräume; ständig entstehen neue Lebensgemeinschaften oder sogar neue Arten.

Wie kaum ein anderer Ballungsraum in Deutschland steht das Ruhrgebiet für das Thema "Urbane Biodiversität". Ausgelöst durch Wirtschaftskrisen seit den 1960er Jahren entstanden im Ruhrgebiet Industriebrachen von über 10.000 ha. Die Emscher, für 100 Jahre ein Synonym für einen Schmutzwasserlauf, wird heute aufwändig renaturiert.

National wie international findet das Thema "Urbane Biodiversität" vermehrt Aufmerksamkeit. Die Tagung "Urbane Biodiversität - regionale, nationale und internationale Aspekte" ermöglichte einen Austausch über neue Forschungsergebnisse und Strategien. Drei Themen standen im Vordergrund: Neobiota, Brachflächen und urbane Gewässer. In Vorträgen und Workshops wurdenneue Aspekte präsentiert und diskutiert, und ein Positionspapiers zur urbanen Biodiversität erarbeitet.

Download Positionspaper

Die Tagung wurde von 150 Teilnehmer(innen) aus Behörden und Planungsbüros, Naturschutzverbänden, Biologischen Stationen sowie aus Forschungseinrichtungen und Universitäten besucht.

In drei Workshops wurden aktuelle Themen zur urbanen Biodiversitaet diskutiert.
Die Ergebnisse wurden in einem Positionspapier zusammengefasst (Positionspapier, Download als PDF).

Workshops

Workshop 1: Neobiota

  • Förderung oder Duldung gebietsfremder Arten als Teilaufgabe der Biodiversitätsstrategie? - wissenschaftliche Grundlagen und Notwendigkeiten in der Praxis.

  • Toleranz oder Ablehnung, wie ist der Umgang mit gebietsfremden Arten im ohnehin "naturfernen" Ballungsraum zu bewerten?
  • Akzeptanz oder sogar willkommene -Neubürger - Neophyten als Bestandteil der besonderen Flora von Industriebrachflächen, Halden und Verkehrsbiotope?
  • Bekämpfen oder Pflegemanagement - Kommunikation mit dem Bürger, Politik und Verwaltung. Aufklärung oder Ängste schüren?

Workshop 2: Brachflächen

  • Kann man mit ?Natur auf Zeit? dem Anliegen der "Biologischen Vielfalt" gerecht werden?
  • Wie kann ein Sinneswandel in Verwaltung und Bürgerschaft gestaltet werden?
  • Gewerbeansiedlung durch Wiedernutzbarmachung von Industriebrachen oder durch Umwandlung von landwirtschaftlichen Nutzflächen?

Workshop 3: Urbane Gewässer

  • Was sind die vorrangigen Biodiversitäts-bezogenen Ziele von Gewässerentwicklungen im urbanen Bereich?
  • Welche Maßnahmen eignen sich vorrangig zur Erreichung dieser Ziele?
  • Sind Ökosystemfunktionen urbaner Gewässer auch bei stark fluktuierenden Lebensgemeinschaften konstant?