Biodiversität und Gesundheit

AuthorInnen: Harald Zepp, Yannik Strassmann, Daniel Hering, Jana Beckert

Urbanes Grün fördert die menschliche Gesundheit und unterstützt Heilungsprozesse. Zahlreiche Studien belegen die positive Wirkung sogar von kleiner dimensionierten Elementen städtischen Grüns wie Beeten, Gärten, Parks, Alleen. Diese Bestandteile der Grünen Infrastruktur sind vor allem in den Kernzonen des Ruhrgebiets besonders wichtig. Sie besitzen sehr unterschiedliche Qualitäten: Im Themenfeld Gesundheit fokussiert Biodiversität vornehmlich Aspekte der ästhetisch-strukturellen Vielfalt sowie gesundheitsgefährdende Arten. Therapeutische Wirkung kann sowohl von Einzelbäumen als auch von größeren zusammenhängenden naturnahen Landschaftsräume des RVR-Gebiets ausgehen. Kleinteilige Strukturen sind für den Kernraum des Ruhrgebiets typisch.

Die Effekte urbanen Grüns auf die Gesundheit sind plausibel und wurden in Einzelstudien vielfach nachgewiesen, wobei außer Frage steht, dass zahlreiche sozio-ökonomische (Einkommen, Bildung, Arbeitslosigkeit, allgemeine Lebenszufriedenheit) sowie städtebauliche Faktoren (Stadtbild, Fußgängerfreundlichkeit) und Umwelteinflüsse (Lärm, Luftschadstoffe) die positiven Einflüsse überlagern. Die Wirkungen urbanen Grüns betreffen sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit. Hier werden Zusammenhänge zwischen dem Angebot an erreichbaren Grünflächen und körperlicher Aktivität gesehen. Urbanes Grün kann Anreiz sein, durch Bewegung das Herz-Kreislauf-System und die Lungenfunktion zu stärken, beugt Übergewichtigkeit und Diabetes vor. Verschiedene Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Selbstwahrnehmung des eigenen Gesundheitszustands und der Versorgung mit Grünflächen nachgewiesen. Dies deutet auf die enge Verknüpfung von Wahrnehmung und tatsächlicher Ausstattung der Lebensumwelt hin, zu der im besten Fall eine vielfältige Stadtnatur gehört. Qualitätvolles urbanes Grün fördert die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und ist ein Faktor, Übersterblichkeit vorzubeugen, verlängert also tendenziell das Leben.